Ladegast-Jehmlich-Orgel

Die Orgel
Die Orgel der Stadtkirche Mittweida wurde 1887 von Friedrich Ladegast erbaut und 1931 von Jehmlich Orgelbau Dresden umgebaut und erweitert. Das Besondere des Umbaus war die Zurückhaltung und auch der Respekt gegenüber dem Originalbau – ein Großteil der Ladegastpfeifen blieb erhalten, so auch der Prospekt. Seit dieser Zeit verfügt die Orgel über einen elektrischen Spieltisch und eine elektromechanische Traktur. Die Orgel zeigt auf einmalige Weise den zwischen 1880 und 1930 eingetretenen Wandel im Orgelbau.

Daten
Größte Orgel Mittelsachsens – 72 Register und 5115 Pfeifen
Sechstgrößte Orgel Sachsens
Erste Orgel der Welt mit elektronischem Bypass
18 noch nie erklungene Pfeifen

Elektronischer Bypass
An der Hochschule Mittweida gibt es gemeinsam mit der Bautzener Orgelbaufirma Eule ein Forschungsprojekt zur elektronischen Ansteuerung der Magnetventile in Kirchenorgeln, initiiert 2005 durch den Altrektor der Hochschule Prof. Reinhard Schmidt. Ziel war es zunächst, die Probleme am elektromechanischen Spieltisch der Stadtkirchenorgel in der Mittweida zu beheben. Diese Technik aus dem Jahre 1930 hatte zunehmend Kontaktschwierigkeiten, die zu Tonausfällen führten. Als Lösung entstand ein „elektronischer bypass“, der die Magnetventile unabhängig ansteuert. Im letzten Winter wurde die neue Elektronik in Mittweida eingebaut, die Leiterplatten wurden bei IMM gefertigt. Die feierliche Einweihung erfolgte im Mai.

Die ursprünglich als Bypass gedachte Lösung ist so handlich und flexibel, dass sie nun auch bei aktuellen Orgel-Neubauprojekten der Firma Eule eingesetzt wird. die eine Orgel ist die Konzertorgel im Großen Saal der Mercator-Halle in Duisburg (www.mercatorhalle.de), eine ausgesprochene Riesenorgel mit vielen technischen Finessen. Außerdem wird die Elektronik aus Mittweida bei der neuen Orgel im Großen Saal des Salzburger Mozarteums eingesetzt. Die Produktion der Leiterplatten für beide Orgeln läuft gegenwärtig.

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